Forward-Darlehen — Zinsen für die Anschlussfinanzierung sichern
Mit einem Forward-Darlehen sicherst du dir den heutigen Zins für eine Anschlussfinanzierung in bis zu 60 Monaten — gegen einen kleinen Aufschlag.
Zum RechnerWas ist ein Forward-Darlehen?
Ein Forward-Darlehen ist eine Anschlussfinanzierung, die du heute zu heutigen Zinsen abschließt — die aber erst zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch genommen wird (typisch 6 bis 60 Monate später). Damit sicherst du dir das aktuelle Zinsniveau für die Zeit nach Ablauf deiner laufenden Sollzinsbindung.
Wie funktioniert es konkret?
- Heute: Du schließt das Forward-Darlehen ab. Der Zinssatz steht fest.
- Vorlaufzeit (z. B. 36 Monate): du zahlst nichts — der Vertrag „ruht", die Zinsbindung beginnt erst später.
- Stichtag: das Forward-Darlehen wird ausgezahlt und löst die Restschuld deines bisherigen Kredits ab. Ab jetzt läufst du mit dem heute gesicherten Zinssatz.
Der Forward-Aufschlag
Banken berechnen pro Vorlaufmonat einen kleinen Zinsaufschlag — typisch 0,01–0,03 % pro Monat. Über die volle Vorlaufzeit ergibt sich:
- 12 Monate Forward: ca. 0,12–0,36 % Aufschlag gegenüber einer normalen Anschlussfinanzierung.
- 36 Monate Forward: ca. 0,36–1,08 % Aufschlag.
- 60 Monate Forward: ca. 0,6–1,8 % Aufschlag.
Beispiel: Aktueller 10-J.-Zins 3,8 %, Forward 36 Monate mit 0,02 % pro Monat → effektiver Zins 4,52 %. Steigt der Marktzins bis zum Stichtag um 1 Punkt auf 4,8 %, hast du 0,28 %-Punkte gespart.
Wann lohnt sich ein Forward-Darlehen?
- Wenn du klar mit steigenden Zinsen rechnest und die Erwartung höher liegt als der Forward-Aufschlag.
- Wenn du Planungssicherheit brauchst — der Stichtag mag in 3 Jahren sein, aber du weißt heute schon, was du dann zahlen wirst.
- Wenn du eine große Restschuld refinanzieren musst — dann wirken kleine Zinsdifferenzen schnell vierstellig pro Jahr.
Wann besser nicht?
- Wenn du mit fallenden oder gleichbleibenden Zinsen rechnest — dann zahlst du den Aufschlag umsonst.
- Wenn die Vorlaufzeit zu kurz ist (unter 6 Monate) — dann ist ein normaler Anschlussvertrag sinnvoller.
- Wenn du keine Pflicht zur Abnahme akzeptieren willst — bei Forward-Darlehen bist du verpflichtet, den Kredit wie vereinbart abzunehmen, auch wenn Marktzinsen niedriger sind.
Risiken und Pflichten
Das größte Risiko ist die Abnahmepflicht: Selbst wenn die Marktzinsen bis zum Stichtag deutlich gefallen sind, musst du den Forward-Vertrag erfüllen oder eine Nichtabnahmeentschädigung zahlen. Diese kann substanziell sein — bei großen Krediten leicht mehrere Tausend Euro.
Im Immobiliendarlehen Rechner kannst du beide Szenarien gegenüberstellen: eine „Phase 2" mit dem heute gesicherten Forward-Zins gegen eine „Phase 2" mit dem Bad-Case (+2 %) — und so entscheiden, ob der Aufschlag heute günstiger ist als das Risiko morgen.