Immobiliendarlehen Rechner

Sollzinsbindung wählen — 10, 15 oder 20 Jahre?

Wie du die richtige Dauer der Zinsbindung findest — abhängig vom aktuellen Zinsniveau, deinem Sicherheitsbedürfnis und der Lebensplanung.

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Was ist die Sollzinsbindung?

Die Sollzinsbindung ist der Zeitraum, für den der mit der Bank vereinbarte Zinssatz fest gilt. Sie ist nicht identisch mit der Gesamt­laufzeit des Kredits — meistens ist der Kredit nach Ablauf der Bindung noch nicht abbezahlt, und es bleibt eine Restschuld, die durch eine Anschluss­finanzierung neu finanziert werden muss.

Typische Bindungs­dauern in Deutschland

  • 5 Jahre — selten, nur bei klar sinkender Zinserwartung sinnvoll. Hohe Flexibilität, hohes Risiko.
  • 10 Jahre — Klassiker. Nach 10 Jahren besteht gesetzliches Sonder­kündigungs­recht ( § 489 BGB, 6 Monate Frist) — auch bei längerer Bindung.
  • 15 Jahre — guter Kompromiss aus Planungs­sicherheit und Zinsniveau, oft mit moderatem Aufschlag (~0,1–0,2 %).
  • 20 Jahre — hohe Sicherheit, deutlich höherer Zinsaufschlag (~0,3–0,5 %). Sinnvoll bei niedrigem Zinsniveau und hohem Sicherheits­bedürfnis.
  • 30 Jahre oder Volltilger — kein Zinsänderungs­risiko mehr, aber teuerster Aufschlag. Voll­tilgerdarlehen über 25–30 Jahre sind eine Alternative.

Wie wähle ich die richtige Dauer?

Drei Faktoren entscheiden:

  • Aktuelles Zinsniveau: Bei niedrigen Zinsen lohnt eine längere Bindung — du sicherst günstige Konditionen ab. Bei hohen Zinsen ist eine kürzere Bindung oft sinnvoller, in Erwartung wieder fallender Zinsen.
  • Sicherheits­bedürfnis: Wer schlecht schläft, wenn die Anschluss­finanzierung ungewiss ist, sollte länger binden. Wer Risiken bewusst nimmt, kann mit kürzeren Bindungen durchschnittlich günstiger fahren.
  • Lebens­planung: Steht in 8 Jahren ein Erbe an, ein Karriere­wechsel oder ein geplanter Verkauf? Dann passe die Bindung an — keine Bindung sollte länger laufen als der wahrscheinliche Behalte­zeitraum.

Beispiel: 10 vs. 20 Jahre

Bei einem Hauptkredit von 400.000 €, 2,5 % Tilgung:

  • 10 J. @ 3,8 % — Monatsrate ≈ 2.100 €, Restschuld nach 10 J. ≈ 300.000 € → Anschluss­finanzierung erforderlich, Zinsänderungs­risiko zu diesem Zeitpunkt.
  • 20 J. @ 4,1 % — Monatsrate ≈ 2.200 €, Restschuld nach 20 J. ≈ 180.000 € → 10 Jahre weniger Zinsänderungs­risiko, dafür rund 100 € mehr pro Monat.

Im Immobiliendarlehen Rechner kannst du beide Varianten parallel als Phasen anlegen und die Gesamt­kosten direkt vergleichen.

Sonder­kündigungs­recht nach 10 Jahren

Auch bei einer 20- oder 30-jährigen Sollzinsbindung darfst du den Kredit nach 10 Jahren mit 6 Monaten Frist kündigen — kostenfrei und ohne Vorfälligkeits­entschädigung. Das gibt dir die Möglichkeit, bei deutlich gefallenen Zinsen umzuschulden, ohne von der langen Bindung gefangen zu sein.